Gardasee

Bei “Gardasee” denken alle Kletternden sofort an “Arco”, nicht ganz zu unrecht, ist Arco doch das Mekka für Kletternde am nördlichen Gardasee.
Nicht nur Kletternde kommen in der Region auf ihre Kosten, das Gebiet um Arco ist auch sehr gut mit Kettersteigen versorgt.

Natürlich trifft man hier auch den einen oder anderen Kletternden, dem man bei weitem nicht das Wasser reichen kann 🙂

Oben: der Autor mit Adam Ondra, klettertechnisch trennen uns Welten, in Arco passen aber auch wir zusammen auf ein Bild 😉 Aber auch ohne die Prominenz sind Arco und Umgebung immer einen Besuch wert.

Man sagt, der Gardasee sei der südlichste See Bayerns; in den bayerischen Schulferien ist das sicherlich auch so, in der “Nebensaison” hat man einzelne Klettergebiete aber auch gerne fast für sich alleine.

Neben wirklich hunderten von Kletterrouten in und um Arco und weiteren unzähligen im näheren und weiteren Umfeld, lockt Arco und die Region nördlicher Gardasee mit weiteren Klettersteigen und der nahen Brenta.

Klettersteig: Via Ferrata Ernesto Che Guevara

Der Klettersteig schlechthin: die Via Ferrata Ernesto Che Guevara. Einer der schönsten Klettersteige am Gardasee, dabei geht die Schwierigkeit nicht über C (2 Stellen) hinaus. Allerdings ist auf diesem Klettersteig, der den ganzen Tag in der Sonne liegt, ein Höhenunterschied von über 1500m zu bewältigen, gute Kondition und genügend Wasser sind hier die absolute Voraussetzung.

Lange Drahtseilpassagen wechseln sich mit kurzen Gehstücken ab, langweilig wird der Steig eigentlich nie. Der Einstieg befindet sich in Pietramurata direkt neben dem Kieswerk und ist ausgeschildert, man geht nicht über das Firmengelände sondern folgt dem beschilderten Weg.

Da die Wand Monte Casale während der kompletten Tour in der Sonne liegt, ist unbedingt ausreichend Trinkwasser mit zu nehmen, ein Liter ist bei weitem nicht genug. Der Klettersteig ist mit B/C bewertet, die grösste Herausforderung liegt nicht in der Schwierigkeit sondern der geforderten Kondition. 1500 Höhenmeter Klettersteig muss man erst mal bewältigen können, daher ist dieser Steig definitiv nicht für Anfänger geeignet.

Die Wegführung in der langen, steilen Wand ist geschickt angepasst, von unten wundert man sich über die Tatsache, dass dieser Klettersteig technisch so niedrig bewertet ist. Die passende Kondition vorausgesetzt ist der Steig ein wirklich schönes Erlebnis und macht grossen Spass.

Auf dem Gipfel angekommen lädt an den Wochenenden von Mai bis Oktober das Refugio Don Zio zu einem kühlen Getränk ein, bevor es wieder an den Abstieg geht, den man über 3 doch sehr lange Wege bewältigen kann: Weg 411, sehr steil und eher nicht zu empfehlen, Weg 427 nicht ganz so steil, endet wieder in Pietramurata. Alternativ kann man auch die Zufahrtstrasse nach Comano Terme hinunter laufen, muss dann allerdings von dort mit dem Bus zurückfahren.

Man sollte für die gesamte Tour mindestens 8 Stunden einkalkulieren, da es recht heiss werden kann ist ein zeitiger Start anzuraten. Nicht vergessen, dass es im Frühjahr noch recht früh dunkel wird, der Abstieg sollte noch bei Tageslicht zu bewältigen sein, da es teilweise über Geröll geht und auch steilere Passagen zu bewältigen sind.