Rückrufe von Klettermaterial

Jeder von uns hat sicher etliches an Klettermaterial in der Schublade liegen, angefangen vom Klettergurt über Exen und Karabiner bis hin zu Seil und Klettersteigset. Und sicher checkt ihr das auch regelmässig auf Beschädigungen, besonders nach einer ausgiebigen Klettertour. Was aber, wenn es zwar keine Beschädigung gibt, der Hersteller des Equipments aber selbst – vielleicht nur bei einzelnen Teilen einer Charge – Mängel im Herstellungsprozess entdeckt hat und nun das Equipment zurück ruft? Wie bekommt man das eigentlich mit? Nicht jeder hat die Zeit und die Muße regelmässig auf den Herstellerseiten nach Meldungen zu schauen.

Der Deutsche Alpenverein bietet eine einfache Möglichkeit, per RSS-Feed auf seiner Website eingestellte Rückrufe und Aufforderungen zur Überprüfung im Browser oder separaten RSS-Reader (auch auf einem Mobilgerät) angezeigt zu bekommen, ohne jedes Mal die Website besuchen zu müssen.

Das Vorgehen dazu ist beim DAV selbst recht gut beschrieben:
https://www.alpenverein.de/bergsport/sicherheit/warnhinweise/die-aktuellsten-meldungen-zu-warnhinweisen-erhalten-_aid_32342.html

kleine Karabinerkunde Teil 1 – Verschlusskarabiner (aktualisiert)

Jeder Kletterer kennt zumindest einige der gängigen Karabiner, aber wo sind eigentlich die wesentlichen Unterschiede?

Zunächst unterscheidet man zwischen Karabinern mit Schnappverschluss und solchen mit Schraub(oder ähnlich)Verschluss. Die erstgenannten sind für Zwischensicherungen – Expressen – gedacht, die letzteren dienen, zumindest beim Hallenklettern, zur Verbindung des Sicherungsgeräts mit dem Gurt. „kleine Karabinerkunde Teil 1 – Verschlusskarabiner (aktualisiert)“ weiterlesen

Friends und Camelots

Friends und Camelots sind aktive Sicherungsgeräte, im Gegensatz zu Klemmkeilen, Tricams und Hexcentrics haben sie bewegliche Klemmteile, die unter Belastung Druck auf das umliegende Gestein ausüben und somit die Haltbarkeit der Sicherung besser gewährleisten. (Tricams tun dies im aktiven Modus allerdings auch …).

Die Klemmgeräte bestehen aus mehreren beweglichen Segmenten, meist 4, die durch Zug am mittleren Steg auseinander bewegt werden und sich damit verklemmen. Entfällt der Zug sitzen die Klemmgeräte wieder relativ lose im Riss und lassen sich so auch recht gut wieder entfernen – vorausgesetzt man hat sie nicht zu tief gesetzt …

Friends und Camelots gibt es in den unterschiedlichsten Grössen und von diversen Herstellern. Beim legen muss man darauf achten, die einigermassen passende Größe für den ausgewählten Riss zu verwenden. Die beweglichen Teile dürfen nicht zu weit zusammen geschoben werden, noch dürfen nur die äusseren Kanten aufliegen, beides führt zu einer schlechten Sicherung oder das Klemmgerät fällt gleich ganz aus dem Riss.

Auch für richtige breite Risse gibt es noch Klemmgeräte 🙂

Der Unterschied zwischen einem Friend und einem Camelot liegt in der Anzahl der Achsen. Während ein Friend nur eine Achse hat, ist das Camelot mit zwei parallelen Achsen versehen, welche die Klemmwirkung und Handhabung verbessern.

Klemmkeil – Tricam – Hex

Klemmkeil, Tricam und Hexcentric – gängige passive Sicherungsgeräte. Doch was sind eigentlich die Unterschiede? Klemmkeile gibt es im Klettersport schon seit Generationen, in unterschiedlichen Ausführungen und vielen Größen.

Hier ein kompletter Satz von meinem Gurt, die kleine Ausführung. Gerne trennt man den Satz kleiner Klemmkeile von der grossen Variante, dann hat man für den Einsatzzweck gleich ein passendes Exemplar zur Hand.

Aus dem Big Wall Klettern kommen diese Klemmkeile, besonders klein für feinste Risse. Leider halten diese auch nicht so gut wie ihre größeren Brüder, man sollte es also nicht unbedingt drauf ankommen lassen.

Die aktuellere Variante des Klemmkeils ist der Tricam. Einerseits können Tricams wie gewöhnliche Klemmkeile gelegt werden, halten etwas besser bedingt durch die innovativere Bauform. Alternativ lässt sich das Textilband halb um den Keil legen, hierdurch entsteht unter Belastung eine Klemmwirkung, die allerdings auch den Riss in dem der Tricam liegt beschädigen kann (Sprengwirkung).

In dieser Variante sollte der Tricam nur in stabile Risse platziert werden.

Die größte Variante eines Klemmkeils ist der sogenannte Hexcentric.

Von Finger bis Faustgröße deckt der Hexcentric grosse Risse ab, allerdings kann sich der Hex unter Belastung auch ordentlich festklemmen, daher beim legen schon mal die Zugrichtung beachten. Ich habe zum lösen eines Hex schon mal den Hammer holen müssen ….

kleine Karabinerkunde Teil 2 – Schnappkarabiner

Nach den Verschlusskarabinern folgt heute eine kleine Karabinerkunde zum Thema Schnappkarabiner.

Schnappkarabiner gibt es in unterschiedlichen Ausführung, die beiden wesentlichen Unterscheidungen sind der Verschlussbügel. Oben ist ein Karabiner mit einem massiven Verschlussbügel abgebildet, diese waren lange der Standard.

Der zweite abgebildete Karabiner hat statt eines massiven einen Drahtschnapper. Nun mag man meinen, der massive sei doch viel stabiler, aber dem ist nicht so, in der Stabilität und Belastbarkeit gibt es bei beiden Variationen keinen Unterschied.

Der wesentliche Unterschied, neben der Gewichtsersparnis beim Drahtschnapper, liegt an ganz anderer Stelle. Schlägt ein Karabiner mit massivem Schnapper mit der Rückseite gegen den Fels wird durch die Masseträgheit des Schnappers dieser kurz ein kleines Stück geöffnet. Während dieser kurzen Zeitspanne ist die maximale Bruchlast des Karabiners deutlich verringert, sie liegt jetzt nur noch beim angegebenen Wert für Belastung Schnapper offen. Dies wird durch den Drahtschnapper extrem reduziert, da dieser sich in der beschriebenen Situation so gut wie nicht bewegt – hier muss der Anprall schon extrem hart sein, damit die Masseträgheit den Drahtschnapper öffnen lässt.

Daher sieht man heute sehr häufig Expressen mit einem Draht- und einem massiven Schnapper. Die Seite mit dem massiven Schnapper kommt in den Haken, in den Drahtschnapper kommt das Seil. Das hat gleich noch einen weiteren Vorteil: man kann die Karabiner beim clippen nicht so leicht vertauschen, das Seil läuft immer durch den gleichen Karabiner. Karabiner die in Haken gehängt wurden, weisen bereits nach kurzer Zeit kleine scharfkantige Beschädigungen auf, die zwar keinen nennenswerten Einfluss auf die Bruchlast haben, aber ein Seil schnell beschädigen können.

Auf diesem Bid kann man die kleinen, scharfen Beschädigungen erkennen, diese wirken auf ein Seil wie eine Raspel.

Dieser Schnapper wurde nur vom Seil belastet, man sieht den gleichmassige Einschliff oben. Auch dieser Einschliff hat, wenn er tief genug wird Einfluss auf das Seil, es entsteht irgendwann eine Kante, die im sehr ungünstigen Fall einen Seilriss verursachen kann.

Schnappkarabiner sind in vielen unterschiedlichen Größen am Markt, dieser hier hat eine besonders grosse Bauform und passt gut durch grosse Haken und Ringe.

Dies ist der Karabiner einer sogenannten “Panik-Exe”. Der obere und untere Karabiner sind mit einem besonders langen, steifen Bandmaterial verbunden, dass sich gut greifen lässt. Man kann den Schnapper des Karabiners in dem Mechanismus arretieren und dann weiter oben liegende Haken clippen, der Haken löst dann automatisch die Sperre und der Karabiner ist wieder verschlossen.

Diese Karabiner sieht man auch gerne im Geschäft, sie sind jedoch keine Kletterkarabiner sondern eher für den Schlüsselbund gedacht, beim Klettern würden sie keine nennenswerte Belastung aushalten.

Grundausrüstung für das Felsklettern

Neben der absoluten Grundausrüstung, die bereits für das Hallenklettern erforderlich ist (Gurt, Schuhe, Sicherungsgerät), sind für das Felsklettern diverse zusätzliche Ausrüstungsgegenstände erforderlich.

Hier die Minimalausstattung:

– Seil (60 bis 80 Meter)

– Expressen (auch Pärchen oder Quickies genannt) minimum 8 Stück

– 2 bis 3 Bandschlingen

– Selbstsicherungsschlinge

– 2-3 Schraubkarabiner

Die Ausrüstung bezieht sich auf eine Zweierseilschaft und ist das absolute Minimum. Ebenso ist hiermit nur ein Klettern in Klettergärten möglich, die bereits durch Bohrhaken, Bühlerhaken oder ähnliches abgesichert sind.

Mein dringender Hinweis zum Felsklettern: geht nicht einfach hinaus wenn ihr noch nie im Vorstieg geklettert seid oder keine Felserfahrung habt! Ihr geht ein vermeidbares Risiko ein. Schaut besser auf die Seite eurer nächstgelegegen DAV Sektion, dort werden sehr kostengünstig Vorstiegs- und Outdoorkletterkurse angeboten, die Euch das für das Felsklettern absolut notwendige Wissen und Können vermitteln. Auch Kletterhallen des KLEVER-Verbands bieten solche Kurse an. Geht nach dem Kurs mit erfahrenen Felskletternden mit und profitiert von deren Können und Erfahrung, so wird auch Euch das Felsklettern lange Freude bereiten.

Seilarten verständlich gemacht

Ein Kletterseil ist ein Kletterseil, so einfach ist es leider nicht. Wer nur zum Toprope-Klettern in die Halle geht hat eh keine große Auswahl, in den Routen hängen ja schon Seile, da gibt es nix zu unterscheiden. Spätestens wenn es an den Vorstieg, auch Lead-Climbing genannt geht, sollte man sich zumindest rudimentär mit den unterschiedlichen Seilarten beschäftigen. „Seilarten verständlich gemacht“ weiterlesen