Gardasee

Bei “Gardasee” denken alle Kletternden sofort an “Arco”, nicht ganz zu unrecht, ist Arco doch das Mekka für Kletternde am nördlichen Gardasee.
Nicht nur Kletternde kommen in der Region auf ihre Kosten, das Gebiet um Arco ist auch sehr gut mit Kettersteigen versorgt.

Natürlich trifft man hier auch den einen oder anderen Kletternden, dem man bei weitem nicht das Wasser reichen kann 🙂

Oben: der Autor mit Adam Ondra, klettertechnisch trennen uns Welten, in Arco passen aber auch wir zusammen auf ein Bild 😉 Aber auch ohne die Prominenz sind Arco und Umgebung immer einen Besuch wert.

Man sagt, der Gardasee sei der südlichste See Bayerns; in den bayerischen Schulferien ist das sicherlich auch so, in der “Nebensaison” hat man einzelne Klettergebiete aber auch gerne fast für sich alleine.

Neben wirklich hunderten von Kletterrouten in und um Arco und weiteren unzähligen im näheren und weiteren Umfeld, lockt Arco und die Region nördlicher Gardasee mit weiteren Klettersteigen und der nahen Brenta.

Klettern in Italien

Italien bietet eine Vielzahl interessanter Klettergebiete, die sowohl von der Felsstruktur als auch der Lage sehr vielfältig sind. Die wohl bekanntesten Gebiete sind Arco am Gardasee und Finale in Ligurien. Aber auch an den anderen oberitalienischen Seen findet man den einen oder anderen interessanten Felsen.

Arco gilt auch heute noch als das Mekka des Felskletterns, so sehen viele der direkt um den Ort liegenden Felsen leider auch aus. Das häufige Klettern am Fels hat seine Spuren hinterlassen, insbesondere in Form völlig abgekletterter Griffe. Allerdings muss man sagen, dass die Absicherung rund um Arco als vobildlich zu bezeichnen ist, attraktive Hakenabstände und sehr gut sanierte Routen laden auch den weniger geübten Kletterer ein. Da Gardasee nicht gleich Arco ist findet auch der etwas ambitioniertere Kletterer Gebiete, die etwas mehr Können verlangen und dafür etwas weniger Publikum und erstklassige Routen bieten. Als Beispiel können hier die Jurikarischen Täler angeführt werden, die nicht mehr direkt am See liegen aber per Auto schnell zu erreichen sind.
Einen Kletterführer für Arco gibt es bei Amazon ~~Best of Arco: Sportclimbing Guide. Barco, Sarcatal, Judikarien, Trient und Rovereto~~, eine Besonderheit bei diesem Führer liegt in der zugehörigen App für Smartphone und Tablet, für die sich per Freischaltcode aus dem gedruckten Buch die jeweils elektronische Variante herunterladen lässt.

Gelegentlich trifft man auch Klettergrössen in Arco (der Autor mit Adam Ondra links)

Finale liegt an der italienischen Riviera, zwischen Genua und Frankreich. Besonders im Frühjahr, wenn noch nicht so viele Kletterer in der Gegend unterwegs sind, ist Finale ein lohnendes Ziel. Im Mai ist es dort bereits angenehm warm, es fehlt noch die brennende Mittagshitze des Sommers. Nicht nur Kletterer sind hier in grösserer Zahl anzutreffen, auch für Mountainbiker scheint Finale ein sehr attraktives Ziel zu sein.
Einen Kletterführer zu Finale gibt es bei Amazon ~Finale 8.0 Rockclimbing Finale Ligure~~, hier kann wie bei dem Arco-Führer eine elektronische Version per Freischaltcode für Smartphone und Tablet bezogen werden.

Sehr interessant ist auch die Möglichkeit, an einer Stelle bei Capo Noli direkt über dem Meer zu klettern, allerdings sind dort die Schwierigkeitsgrade der Routen eher etwas höher. Gelegentlich ist dort auch eine lange Slackline zwischen zwei Felsen direkt über das Meer gespannt, da kann man mal zeigen was man so drauf hat.

Neben den eigentichen Klettergebieten rund um Finale gibt es das sogenannte Oltre Finale; Klettergebiete die sich ohne Auto eher nicht mehr erreichen lassen, die aber einen interessanten Gegenpol zu der Gegend um Finale darstellen. In der Regel ist dort auch weniger Betrieb ….
Einen Kletterführer zu Oltre Finale gibt es bei Amazon ~~Oltre Finale – Rockclimbing in West Liguria~~, auch hier kann eine elektronische Version per Freischaltcode für Smartphone und Tablet bezogen werden. Zum Thema Oltre Finale gibt es auf klettern.one einen eigenen Bericht, zu finden ist dieser hier.

Wer nicht ganz so weit reisen möchte, findet auch am Lago Maggiore den einen oder anderen interessanten Felsen. Hier ist jedoch sehr viel Plattenkletterei angesagt, das muss man auch erst mal mögen. Ein Nachteil ist, dass es m.W. keinen deutschsprachigen Kletterführer für die Gegend gibt, der Führer von Maurizio Pellizzon ist in italienisch, es gibt jeweils eine kurze Zusammenfassung des einzelnen Kapitels in deutsch.
Der Führer ist ebenfalls über Amazon erhältlich, ~~Ossola Rock Sportklettern und alpines Klettern in Ossola und im Valsesia: Spit e Trad dal Lago Maggiore al Sempione, Valli Antigorio e Formazza~~~

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Klettersteig: Via Ferrata Ernesto Che Guevara

Der Klettersteig schlechthin: die Via Ferrata Ernesto Che Guevara. Einer der schönsten Klettersteige am Gardasee, dabei geht die Schwierigkeit nicht über C (2 Stellen) hinaus. Allerdings ist auf diesem Klettersteig, der den ganzen Tag in der Sonne liegt, ein Höhenunterschied von über 1500m zu bewältigen, gute Kondition und genügend Wasser sind hier die absolute Voraussetzung.

Lange Drahtseilpassagen wechseln sich mit kurzen Gehstücken ab, langweilig wird der Steig eigentlich nie. Der Einstieg befindet sich in Pietramurata direkt neben dem Kieswerk und ist ausgeschildert, man geht nicht über das Firmengelände sondern folgt dem beschilderten Weg.

Da die Wand Monte Casale während der kompletten Tour in der Sonne liegt, ist unbedingt ausreichend Trinkwasser mit zu nehmen, ein Liter ist bei weitem nicht genug. Der Klettersteig ist mit B/C bewertet, die grösste Herausforderung liegt nicht in der Schwierigkeit sondern der geforderten Kondition. 1500 Höhenmeter Klettersteig muss man erst mal bewältigen können, daher ist dieser Steig definitiv nicht für Anfänger geeignet.

Die Wegführung in der langen, steilen Wand ist geschickt angepasst, von unten wundert man sich über die Tatsache, dass dieser Klettersteig technisch so niedrig bewertet ist. Die passende Kondition vorausgesetzt ist der Steig ein wirklich schönes Erlebnis und macht grossen Spass.

Auf dem Gipfel angekommen lädt an den Wochenenden von Mai bis Oktober das Refugio Don Zio zu einem kühlen Getränk ein, bevor es wieder an den Abstieg geht, den man über 3 doch sehr lange Wege bewältigen kann: Weg 411, sehr steil und eher nicht zu empfehlen, Weg 427 nicht ganz so steil, endet wieder in Pietramurata. Alternativ kann man auch die Zufahrtstrasse nach Comano Terme hinunter laufen, muss dann allerdings von dort mit dem Bus zurückfahren.

Man sollte für die gesamte Tour mindestens 8 Stunden einkalkulieren, da es recht heiss werden kann ist ein zeitiger Start anzuraten. Nicht vergessen, dass es im Frühjahr noch recht früh dunkel wird, der Abstieg sollte noch bei Tageslicht zu bewältigen sein, da es teilweise über Geröll geht und auch steilere Passagen zu bewältigen sind.