Kletterkurs – Sicherungskurs

Wer seine ersten Schritte beim Klettern, in der Klettergruppe oder einfach so mit Freunden hinter sich gebracht hat, stellt sich über kurz oder lang die Frage, wie es weiter geht, besonders mit den Fertigkeiten.

Dann fällt der Blick schnell auf das Kursangebot der besuchten Kletterhalle oder im Internet. Doch hier lauert bereits das erste Missverständnis: Die meisten angebotenen Kurse sind eigentlich keine Kletterkurse sondern Sicherungskurse – und das ist auch gut so.

Jeder der schon mal aufmerksamen Blicks durch eine gut besuchte Kletterhalle gegangen ist hat sicher schon festgestellt, dass es in Punkto Sicherheit bei der einen oder anderen Seilschaft doch im Argen liegt. Partnercheck, sehr oft einfach nur Fehlanzeige, die Beherrschung des verwendeten Sicherungsgeräts ist auch oft deutlich verbesserungsfähig.

Genau an dieser Stelle setzen die vom DAV und den Kletterhallen angebotenen Grund- oder Toprope-Kurse an. In den Kursen wird nicht nur das korrekte Anlegen eines Klettergurts (auch das habe ich schon fehlerhaft gesehen, Gurt falsch herum an oder Beinschlaufen verdreht), der korrekte Anseilknoten und die Handhabung des Sicherungsgeräts gelehrt, sondern auch der absolut notwendige Partnercheck.

Der Partnercheck besteht aus mindestens vier einzelnen Checks. Als erstes überprüft jeder der beiden Partner den Gurt des jeweils anderen. Danach wird der Einbindeknoten des Kletternden durch den Sichernden gecheckt, korrekte Knotenführung, richtig in der Einbindeschlaufe oder den beiden Gurtschlaufen (oben und unten), überstehendes Seilende korrekte Länge. Als drittes prüft der/die Kletternde ob das Seil korrekt in das Sicherungsgerät eingelegt ist. Der vierte Check wird gerne vergessen: Haben beide das selbe Seil verwendet und ist der Seilverlauf korrekt? Manchmal hängen in der Halle in zwei benachbarten Routen sehr ähnliche Seile, da hat man schnell zwei unterschiedliche erwischt …

Den Partnercheck habe ich nochmal so ausführlich beschrieben, da sich die Mehrzahl der Unfälle, die in Kletterhallen passiert sind durch einen guten Partnercheck hätten verhindern lassen. Oft ist ein nicht fertig gebundener Anseilknoten, ein falsch in das Sicherungsgerät eingelegtes Seil oder ähnliches der Grund für einen Bodensturz.

Der zweite gerne angebotene Kurs ist der sogenannte Fortgeschrittenen- oder Vorstiegskurs. In diesem Kurs lernt der/die Kletternde das klettern und sichern im Vorstieg. Hier gibt es in der Route kein Toprope-Seil mehr, sondern wer klettert nimmt das Seil von unten “mit” und klippt an den angebrachten Zwischensicherungen. Diese Form des Kletterns ist sowohl für den Kletternden als auch für den Sichernden deutlich anspruchsvoller. Zwischen dem Toprope- und dem Vorstiegskurs sollte idealerweise genügend Zeit liegen um die Kletter- und Sicherfähgkeiten zu üben und weitgehend zu automatisieren.

Um das eigentlich Verbessern der Klettertechnik geht es in den sogenannten Technikkursen, die sich an unterschiedliche Fähigkeitsstufen der Teilnehmer wenden. Angefangen bei erweiterten Grundtechniken für den Einsteiger, die ein schnelles vorankommen beim Bewältigen neuer Schwierigkeitsgrade ermöglicht geht es bis zu anspruchsvollen Kursen, die Feinheiten der Motorik verbessern. Grössere Kletterhallen haben eine Auswahl an Kursen im Angebot.

Vom Deutschen Alpenverein werden auch sogenannten Sicherungsupdates angeboten. Diese sind eine sinnvolle Überprüfung des eigenen Sichererverhaltens durch einen Trainer, gerne schleichen sich kleine Fehler ein, die man selbst nicht bemerkt. Ausserdem geht der Kurs auf Sturztraining ein. Angeboten werden die Updates durch die lokalen Sektionen des Alpenvereins. Eine Übersicht der Sektionen im DAV findet man hier.

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