Friends und Camelots

Friends und Camelots sind aktive Sicherungsgeräte, im Gegensatz zu Klemmkeilen, Tricams und Hexcentrics haben sie bewegliche Klemmteile, die unter Belastung Druck auf das umliegende Gestein ausüben und somit die Haltbarkeit der Sicherung besser gewährleisten. (Tricams tun dies im aktiven Modus allerdings auch …).

Die Klemmgeräte bestehen aus mehreren beweglichen Segmenten, meist 4, die durch Zug am mittleren Steg auseinander bewegt werden und sich damit verklemmen. Entfällt der Zug sitzen die Klemmgeräte wieder relativ lose im Riss und lassen sich so auch recht gut wieder entfernen – vorausgesetzt man hat sie nicht zu tief gesetzt …

Friends und Camelots gibt es in den unterschiedlichsten Grössen und von diversen Herstellern. Beim legen muss man darauf achten, die einigermassen passende Größe für den ausgewählten Riss zu verwenden. Die beweglichen Teile dürfen nicht zu weit zusammen geschoben werden, noch dürfen nur die äusseren Kanten aufliegen, beides führt zu einer schlechten Sicherung oder das Klemmgerät fällt gleich ganz aus dem Riss.

Auch für richtige breite Risse gibt es noch Klemmgeräte 🙂

Der Unterschied zwischen einem Friend und einem Camelot liegt in der Anzahl der Achsen. Während ein Friend nur eine Achse hat, ist das Camelot mit zwei parallelen Achsen versehen, welche die Klemmwirkung und Handhabung verbessern.

Klemmkeil – Tricam – Hex

Klemmkeil, Tricam und Hexcentric – gängige passive Sicherungsgeräte. Doch was sind eigentlich die Unterschiede? Klemmkeile gibt es im Klettersport schon seit Generationen, in unterschiedlichen Ausführungen und vielen Größen.

Hier ein kompletter Satz von meinem Gurt, die kleine Ausführung. Gerne trennt man den Satz kleiner Klemmkeile von der grossen Variante, dann hat man für den Einsatzzweck gleich ein passendes Exemplar zur Hand.

Aus dem Big Wall Klettern kommen diese Klemmkeile, besonders klein für feinste Risse. Leider halten diese auch nicht so gut wie ihre größeren Brüder, man sollte es also nicht unbedingt drauf ankommen lassen.

Die aktuellere Variante des Klemmkeils ist der Tricam. Einerseits können Tricams wie gewöhnliche Klemmkeile gelegt werden, halten etwas besser bedingt durch die innovativere Bauform. Alternativ lässt sich das Textilband halb um den Keil legen, hierdurch entsteht unter Belastung eine Klemmwirkung, die allerdings auch den Riss in dem der Tricam liegt beschädigen kann (Sprengwirkung).

In dieser Variante sollte der Tricam nur in stabile Risse platziert werden.

Die größte Variante eines Klemmkeils ist der sogenannte Hexcentric.

Von Finger bis Faustgröße deckt der Hexcentric grosse Risse ab, allerdings kann sich der Hex unter Belastung auch ordentlich festklemmen, daher beim legen schon mal die Zugrichtung beachten. Ich habe zum lösen eines Hex schon mal den Hammer holen müssen ….

kleine Karabinerkunde Teil 2 – Schnappkarabiner

Nach den Verschlusskarabinern folgt heute eine kleine Karabinerkunde zum Thema Schnappkarabiner.

Schnappkarabiner gibt es in unterschiedlichen Ausführung, die beiden wesentlichen Unterscheidungen sind der Verschlussbügel. Oben ist ein Karabiner mit einem massiven Verschlussbügel abgebildet, diese waren lange der Standard.

Der zweite abgebildete Karabiner hat statt eines massiven einen Drahtschnapper. Nun mag man meinen, der massive sei doch viel stabiler, aber dem ist nicht so, in der Stabilität und Belastbarkeit gibt es bei beiden Variationen keinen Unterschied.

Der wesentliche Unterschied, neben der Gewichtsersparnis beim Drahtschnapper, liegt an ganz anderer Stelle. Schlägt ein Karabiner mit massivem Schnapper mit der Rückseite gegen den Fels wird durch die Masseträgheit des Schnappers dieser kurz ein kleines Stück geöffnet. Während dieser kurzen Zeitspanne ist die maximale Bruchlast des Karabiners deutlich verringert, sie liegt jetzt nur noch beim angegebenen Wert für Belastung Schnapper offen. Dies wird durch den Drahtschnapper extrem reduziert, da dieser sich in der beschriebenen Situation so gut wie nicht bewegt – hier muss der Anprall schon extrem hart sein, damit die Masseträgheit den Drahtschnapper öffnen lässt.

Daher sieht man heute sehr häufig Expressen mit einem Draht- und einem massiven Schnapper. Die Seite mit dem massiven Schnapper kommt in den Haken, in den Drahtschnapper kommt das Seil. Das hat gleich noch einen weiteren Vorteil: man kann die Karabiner beim clippen nicht so leicht vertauschen, das Seil läuft immer durch den gleichen Karabiner. Karabiner die in Haken gehängt wurden, weisen bereits nach kurzer Zeit kleine scharfkantige Beschädigungen auf, die zwar keinen nennenswerten Einfluss auf die Bruchlast haben, aber ein Seil schnell beschädigen können.

Auf diesem Bid kann man die kleinen, scharfen Beschädigungen erkennen, diese wirken auf ein Seil wie eine Raspel.

Dieser Schnapper wurde nur vom Seil belastet, man sieht den gleichmassige Einschliff oben. Auch dieser Einschliff hat, wenn er tief genug wird Einfluss auf das Seil, es entsteht irgendwann eine Kante, die im sehr ungünstigen Fall einen Seilriss verursachen kann.

Schnappkarabiner sind in vielen unterschiedlichen Größen am Markt, dieser hier hat eine besonders grosse Bauform und passt gut durch grosse Haken und Ringe.

Dies ist der Karabiner einer sogenannten “Panik-Exe”. Der obere und untere Karabiner sind mit einem besonders langen, steifen Bandmaterial verbunden, dass sich gut greifen lässt. Man kann den Schnapper des Karabiners in dem Mechanismus arretieren und dann weiter oben liegende Haken clippen, der Haken löst dann automatisch die Sperre und der Karabiner ist wieder verschlossen.

Diese Karabiner sieht man auch gerne im Geschäft, sie sind jedoch keine Kletterkarabiner sondern eher für den Schlüsselbund gedacht, beim Klettern würden sie keine nennenswerte Belastung aushalten.

Kletterkurs – Sicherungskurs

Wer seine ersten Schritte beim Klettern, in der Klettergruppe oder einfach so mit Freunden hinter sich gebracht hat, stellt sich über kurz oder lang die Frage, wie es weiter geht, besonders mit den Fertigkeiten.

Dann fällt der Blick schnell auf das Kursangebot der besuchten Kletterhalle oder im Internet. Doch hier lauert bereits das erste Missverständnis: Die meisten angebotenen Kurse sind eigentlich keine Kletterkurse sondern Sicherungskurse – und das ist auch gut so.

Jeder der schon mal aufmerksamen Blicks durch eine gut besuchte Kletterhalle gegangen ist hat sicher schon festgestellt, dass es in Punkto Sicherheit bei der einen oder anderen Seilschaft doch im Argen liegt. Partnercheck, sehr oft einfach nur Fehlanzeige, die Beherrschung des verwendeten Sicherungsgeräts ist auch oft deutlich verbesserungsfähig.

Genau an dieser Stelle setzen die vom DAV und den Kletterhallen angebotenen Grund- oder Toprope-Kurse an. In den Kursen wird nicht nur das korrekte Anlegen eines Klettergurts (auch das habe ich schon fehlerhaft gesehen, Gurt falsch herum an oder Beinschlaufen verdreht), der korrekte Anseilknoten und die Handhabung des Sicherungsgeräts gelehrt, sondern auch der absolut notwendige Partnercheck.

Der Partnercheck besteht aus mindestens vier einzelnen Checks. Als erstes überprüft jeder der beiden Partner den Gurt des jeweils anderen. Danach wird der Einbindeknoten des Kletternden durch den Sichernden gecheckt, korrekte Knotenführung, richtig in der Einbindeschlaufe oder den beiden Gurtschlaufen (oben und unten), überstehendes Seilende korrekte Länge. Als drittes prüft der/die Kletternde ob das Seil korrekt in das Sicherungsgerät eingelegt ist. Der vierte Check wird gerne vergessen: Haben beide das selbe Seil verwendet und ist der Seilverlauf korrekt? Manchmal hängen in der Halle in zwei benachbarten Routen sehr ähnliche Seile, da hat man schnell zwei unterschiedliche erwischt …

Den Partnercheck habe ich nochmal so ausführlich beschrieben, da sich die Mehrzahl der Unfälle, die in Kletterhallen passiert sind durch einen guten Partnercheck hätten verhindern lassen. Oft ist ein nicht fertig gebundener Anseilknoten, ein falsch in das Sicherungsgerät eingelegtes Seil oder ähnliches der Grund für einen Bodensturz.

Der zweite gerne angebotene Kurs ist der sogenannte Fortgeschrittenen- oder Vorstiegskurs. In diesem Kurs lernt der/die Kletternde das klettern und sichern im Vorstieg. Hier gibt es in der Route kein Toprope-Seil mehr, sondern wer klettert nimmt das Seil von unten “mit” und klippt an den angebrachten Zwischensicherungen. Diese Form des Kletterns ist sowohl für den Kletternden als auch für den Sichernden deutlich anspruchsvoller. Zwischen dem Toprope- und dem Vorstiegskurs sollte idealerweise genügend Zeit liegen um die Kletter- und Sicherfähgkeiten zu üben und weitgehend zu automatisieren.

Um das eigentlich Verbessern der Klettertechnik geht es in den sogenannten Technikkursen, die sich an unterschiedliche Fähigkeitsstufen der Teilnehmer wenden. Angefangen bei erweiterten Grundtechniken für den Einsteiger, die ein schnelles vorankommen beim Bewältigen neuer Schwierigkeitsgrade ermöglicht geht es bis zu anspruchsvollen Kursen, die Feinheiten der Motorik verbessern. Grössere Kletterhallen haben eine Auswahl an Kursen im Angebot.

Vom Deutschen Alpenverein werden auch sogenannten Sicherungsupdates angeboten. Diese sind eine sinnvolle Überprüfung des eigenen Sichererverhaltens durch einen Trainer, gerne schleichen sich kleine Fehler ein, die man selbst nicht bemerkt. Ausserdem geht der Kurs auf Sturztraining ein. Angeboten werden die Updates durch die lokalen Sektionen des Alpenvereins. Eine Übersicht der Sektionen im DAV findet man hier.