Steinwand Rhön

Ein kleines aber dafür sehr feines Klettergebiet findet sich in der hessischen Rhön, unweit der Wasserkuppe. Die Steinwand beeindruckt durch massiv aufragende Säulen, die auf den ersten Blick nur schwer zu bezwingen scheinen. Tatsächlich gibt es nur wenige wirklich einfache Routen, die auch gut abgesichert sind, aber diese sind dann wirklich sehr genussvoll zu klettern. Viele Routen liegen im mittleren Schwierigkeitsbereich, sind aber besonders im vorderen Teil der Wand recht gut abgesichert.

Auch wenn es nach Basalt aussieht besteht die Wand doch aus einem anderen, jedoch ähnlichem Gestein: Phonolit. Die Wand ist ca. 100 Meter lang und bis zu 20 Meter hoch, viele Routen wurden in den letzten Jahren saniert und mit Bühlerhaken abgesichert. Man beachte, dass der Fels und das Gelände auf dem er liegt Privatbesitz sind und das Klettern vom Besitzer geduldet ist, daher bitte entsprechend verhalten und die Umwelt schonen. Der Einsatz von Magnesia ist explizit verboten, ebenso das eigenmächtige Einbohren von Routen.

Besonders an den Wochenenden und während der hessischen Schulferien ist das Klettergebiet gut frequentiert, es empfiehlt sich früh da zu sein.

Die Steinwand ist in keinem mir bekannten kommerziellen Kletterführer enthalten, die Sektion Fulda des Deutschen Alpenvereins hat jedoch ein Topo herausgegeben, welches man für kleines Geld in der in direkter Nähe zum Fels gelegenen Gaststätte erwerben kann (empfehlenswert, die Einschätzung der Schwierigkeitsgrade fiel mir aufgrund des ungewohnten Gesteins sehr schwer und ich lag oft ziemlich daneben …)

Im vorderen Bereich der Steinwand (vom Parkplatz hinter der Gaststätte aus gesehen) sind viele Routen gut mit Bühlerhaken und Umlenkern abgesichert, es gibt jedoch auch etliche Routen die eine eigene Absicherung erforderlich machen. Gut beraten ist man mit einem Set Klemmkeilen (oder besser Tricams) und kleinen bis mittleren Friends (oder besser Camelots).

Vor dem Fels steht man ebenfalls auf Felsplatten, diese können bei feuchtem Wetter sehr rutschig sein, da doch viel Moos und Flechten darauf wachsen. Man sollte als Sichernder auf jeden Fall festes Schuhwerk mit guter Sohle tragen.

Durch die in vielen Routen angebrachten Umlenker ist ein Ausstieg auf die Felsköpfe vermeidbar, das schont die dort heimischen Pflanzen (und mindert das Sturzrisiko).

Helm sollte, wie eigentlich immer am Fels, auf dem Kopf sein, besonders auch beim Sichernden, es fällt doch gerne mal was runter und findet magischerweise sehr oft den unbehelmten Kopf ….

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