Rückrufe von Klettermaterial

Jeder von uns hat sicher etliches an Klettermaterial in der Schublade liegen, angefangen vom Klettergurt über Exen und Karabiner bis hin zu Seil und Klettersteigset. Und sicher checkt ihr das auch regelmässig auf Beschädigungen, besonders nach einer ausgiebigen Klettertour. Was aber, wenn es zwar keine Beschädigung gibt, der Hersteller des Equipments aber selbst – vielleicht nur bei einzelnen Teilen einer Charge – Mängel im Herstellungsprozess entdeckt hat und nun das Equipment zurück ruft? Wie bekommt man das eigentlich mit? Nicht jeder hat die Zeit und die Muße regelmässig auf den Herstellerseiten nach Meldungen zu schauen.

Der Deutsche Alpenverein bietet eine einfache Möglichkeit, per RSS-Feed auf seiner Website eingestellte Rückrufe und Aufforderungen zur Überprüfung im Browser oder separaten RSS-Reader (auch auf einem Mobilgerät) angezeigt zu bekommen, ohne jedes Mal die Website besuchen zu müssen.

Das Vorgehen dazu ist beim DAV selbst recht gut beschrieben:
https://www.alpenverein.de/bergsport/sicherheit/warnhinweise/die-aktuellsten-meldungen-zu-warnhinweisen-erhalten-_aid_32342.html

7 Summits im Stubaital

7 Summits gibt es nicht nur global gesehen, auch im Stubaital hat der einigermassen versierte Bergsteiger die Möglichkeit, 7 Gipfel zu besteigen.

Die Palette reicht von recht einfachen Gipfeln deutlich unter 3000 Meter bis zu Gipfeln, für die Gletscherausrüstung mitgeführt werden sollte (es ist wirklich dringend anzuraten!) Auch ein aper Gletscher ist nicht zu unterschätzen, ohne Steigeisen geht es da schneller als gewollt bergab, und vielleicht zum letzten Mal ….

Einer der einfacheren Gipfel ist der Elfer, schöner Fels der sehr an die Dolomiten erinnert. Zum Gipfel ist es nur sehr wenig ausgesetzt, Kondition sollte aber schon vorhanden sein. Von der Bergbahn der Elfer-Panoramabahn sind es noch etwa 1000 Höhenmeter mit nur einer Hütte unterwegs …. Allerdings ist der Elfer kein 3000er, aber trotzdem eine sehr schöne Besteigung.

Gerade noch so ein 3000er ist die Rinnenspitze, im Kletterführer noch mit 3003 m angegeben, nach neueren Informationen auf glatte 3000 herunter qualifiziert, man sollte sich also beeilen, bevor er noch weiter schrumpft…

Mehrere Wege führen auf den Serles, ein kurzer aber sehr steiler führt vom Kloster Maria Waldrast in Matrei an der alten Brennerstrasse hinauf (man kann dabei auch Wasser aus der Quelle des Klosters mitnehmen), ein längerer Anstieg (1800 hm) aus dem Stubaital.

Weitere Gipfel der 7summits sind der Hohe Burgstall mit 2611 m, der Habicht mit 3277 m und der Hohe Freiger mit 3418 m. Ganz besonders imponierend ist das Zuckerhütl, mit 3507 m auch der höchste Gipfel im Reigen der 7summits.

Lebensende: Wann man ein Seil ausmustern sollte

Ein nicht ganz billiges Teil des Kletterequipments ist das Seil. Trotzdem ist dies meist das Teil mit der kürzesten Lebensdauer. Wobei sich die Lebensdauer natürlich deutlich dadurch unterscheidet, wie und wo das Seil genutzt wird. Geht man von der Zahl der Einsätze aus, wird ein Hallenseil wohl ein vielfaches mehr an Einsätze mitmachen als ein Seil, welches im Outdoorbereich oder sogar alpin genutzt wird.

Grundsätzlich liegt die maximale Nutzungsdauer bei dem, was der Hersteller angibt, oft sind das bei Nicht-Nutzung bis zu 7 Jahre, bei häufiger Nutzung jedoch sogar deutlich unter einem Jahr. Ein Hallenseil muss zwar in der Regel deutlich mehr Stürze halten als ein Outdoorseil – das liegt in der Natur des Kletterns – allerdings sind dies meist sehr kontrollierte Stürze mit niedrigem Fangstoß und insbesondere kontrollierter Umgebung. Scharfe Kanten sollten bei einem Sturz in der Halle nicht auf das Seil einwirken können (ansonsten sollte man mal die eigene Ausrüstung kritisch prüfen). Ein Hallenseil wird man eher ausmustern, wenn der Mantel pelzig wird und hierdurch das Handling erschwert wird. Stürze im Normbereich, womit ein Seil vom Hersteller geprüft wird, kommen in der Halle nicht vor.

Im Outdoorbereich des Sportkletterns, also in Klettergärten oder ähnlich abgesicherten Arealen liegt der grösste Seilverschleiss beim Führen des Seils über Fels und insbesondere Kanten. Hier empfiehlt es sich, Zwischensicherungen zu verlängern, wenn das Seil dadurch aus dem erhöhten Abriebsbereich oder der gefährlicheren Kante heraus gehalten werden kann. Durch die meist nicht gerade Seilführung ist der Verschleiss im Mantelbereich deutlich höher als in der Halle. Manchmal hat man auch einfach Pech: Vor ein paar Jahren ist auf der ersten Route mit einem neuen Seil ein kleiner Stück Fels direkt auf das Seil am Boden gestürzt und hat glatt denn Mantel durchschlagen. Dazu scheuerte dann auf der anderen Seite das Seil unglücklich an einer Kante. Nach Begutachtung der Schäden (beide Stellen lagen jeweils in den ersten 10 Metern des Seils, nur halt auf gegenüberliegenden Seiten), wurde aus dem 80m- halt ein 60m-Seil, die Mittelmarkierung durfte bleiben 🙂

Im Aöpinbereich wird eher selten mit einem Einfachseil geklettert, hier finden eher Zwillings- oder Halbseile Verwendung. Zwei Seilstränge bieten besonders im alpinen Gelände, in dem Absicherung in der Regel schlechter dafür die Einwirkungen auf das Material höher ist einen deutlichen Sicherheitsgewinn durch Redundanz. Ganz nebenbei lässt sich durch zwei separate Seilstränge die Seilführung manchmal optimieren (nur bei Halbseilen, Zwillingsseile müssen immer in die gleiche Zwischensicherung geclippt werden). Sicherheitsbewusste Alpinkletterer werden nicht mehr einwandfreie Seile schnell austauschen, das kann durchaus auch schon nach nur wenigen Routen sein.

Man sieht, die Lebensdauer eines Kletterseils hängt von vielen Faktoren ab, die nicht generell vorhergesagt werden können. Als Faustregel sollte gelten, lieber zu früh als zu spät getauscht.

Kann ein Seil eigentlich reißen? Ja, aber beim Sportklettern kommt das äusserst selten vor. Beim Sportklettern reisst ein Seil eigentlich nur bei einer Belastung über eine Kante. Wer mehr dazu erfahren möchte, kann gerne beim Deutschen Alpenverein nachlesen : https://www.alpenverein.de/bergsport/sicherheit/klettern/seilrisse_aid_28282.html

Gardasee

Bei “Gardasee” denken alle Kletternden sofort an “Arco”, nicht ganz zu unrecht, ist Arco doch das Mekka für Kletternde am nördlichen Gardasee.
Nicht nur Kletternde kommen in der Region auf ihre Kosten, das Gebiet um Arco ist auch sehr gut mit Kettersteigen versorgt.

Natürlich trifft man hier auch den einen oder anderen Kletternden, dem man bei weitem nicht das Wasser reichen kann 🙂

Oben: der Autor mit Adam Ondra, klettertechnisch trennen uns Welten, in Arco passen aber auch wir zusammen auf ein Bild 😉 Aber auch ohne die Prominenz sind Arco und Umgebung immer einen Besuch wert.

Man sagt, der Gardasee sei der südlichste See Bayerns; in den bayerischen Schulferien ist das sicherlich auch so, in der “Nebensaison” hat man einzelne Klettergebiete aber auch gerne fast für sich alleine.

Neben wirklich hunderten von Kletterrouten in und um Arco und weiteren unzähligen im näheren und weiteren Umfeld, lockt Arco und die Region nördlicher Gardasee mit weiteren Klettersteigen und der nahen Brenta.

Künstliche Kletterwände im Freien (aktualisiert Mai 2020)

Leider gibt es nicht mehr viele künstliche Kletterwände im freien, die für jedermann zugänglich sind, zumindest nicht in der Region in der ich gewöhnlich unterwegs bin.

Eine der spektakulärsten Wände ist bestimmt die Kletterwand am Biomassekraftwerk Wicker (Rhein-Main-Gebiet), eröffnet 2005 durch keinen geringeren als Reinhold Messner. Mit knapp 20 Metern Höhe und Routenlängen bis knapp 25 Metern ist die Wand eine echte Attraktion.

Besonders die Struktur der Wand setzte sich deutlich von den in den meisten Hallen verwendeten Platten ab.

Der Betrieb an der Wand wurde durch den ursprünglichen Betreiber zum Ende 2018 eingestellt. Mittlerweile hat sich ein Verein gegründet der versuchen will, den Betrieb wieder aufzunehmen. Update 30.10.2019: Der Betrieb an der Kletterwand wurde wieder aufgenommen, der Verein hat sich etabliert und eine Nutzungsvereinbarung mit dem Betreiber des Biomasse-Kraftwerks abgeschlossen. Weitere Infos unter  kletterfreunde-wicker.de oder auf Instagram

Eine weitere Outdoor Kletterwand in der Rhein/Main Region steht in Taunusstein, zwar ist diese doch sehr klein, dafür kostenfrei zu nutzen, wenn man Mitglied im DAV Wiesbaden ist und jemand einen Schlüssel dazu hat 🙂 Update 30.10.2019: Die Wand sollte wegen der anstehenden Sanierung der Sporthalle leider zum Jahresende abgebaut werden. Update Mai 2020: Die Sanierungsarbeiten wurden verschoben und die Wand steht deshalb bis auf weiteres autorisierten Kletterern zur Verfügung.

Outdoor: Getränke, aber worin?

Macht ihr Euch auch Gedanken über nachhaltige Outdoor (oder überhaupt) Getränkebehälter? Mein Favorit war über die letzten Jahre ein Bambusbecher, nachwachsender Rohstoff, etc. Aber nun musste ich lernen, dass der auf der einen Seite gar nicht so nachhaltig ist und auf der anderen etliche Giftstoffe aus dem Kleber (von dem ich gar nicht wusste, dass er da ist) in das Heissgetränk über gehen. Bei Kaffee ist wohl nicht ganz so schlimm wie bei Tee, liegt an der unterschiedlichen Temperatur.

Trotzdem stand nun die Entscheidung an, durch was der Bambusbecher ersetzt werden soll? Nun nutze ich schon seit ein paar Jahren für Trinkwasser (aus der Leitung, Kranenberger, was sonst) Flaschen in unterschiedlicher Grösse aus Edelstahl, genauer gesagt Kleen Kanteen Bottles. Also habe ich mal geschaut, ob es da nicht auch Kaffeebecher gibt.

Natürlich gibt es auch Kaffeebecher in Edelstahl, etwas schwerer als die Bambusausführung, dafür bis heute ohne nachgewiesene Schadstoffbelastung. Ich habe mich für einen Becher von Kleen Kanteen entschieden, ganz einfach, weil ich ich mit der Marke bereits gute Erfahrung gemacht habe. Nicht ganz billig, aber ich habe die Hoffnung, dass dies für längere Zeit der letzte angeschaffte Becher sein wird, und dafür zahle ich gerne einen höheren Preis. (Etwas aus dem Zusammenhang aber trotzdem treffend: Ein Freund sagte einmal “Ich habe nicht genug Geld, billiges Werkzeug zu kaufen”.)

Also: kauft euch nicht unbedingt die Marke, die ich habe, aber kauft euch etwas Nachhaltiges, das ihr lange nicht ersetzen müsst. Damit schont ihr Euren Geldbeutel und natürlich die Umwelt.

kleine Karabinerkunde Teil 1 – Verschlusskarabiner (aktualisiert)

Jeder Kletterer kennt zumindest einige der gängigen Karabiner, aber wo sind eigentlich die wesentlichen Unterschiede?

Zunächst unterscheidet man zwischen Karabinern mit Schnappverschluss und solchen mit Schraub(oder ähnlich)Verschluss. Die erstgenannten sind für Zwischensicherungen – Expressen – gedacht, die letzteren dienen, zumindest beim Hallenklettern, zur Verbindung des Sicherungsgeräts mit dem Gurt. „kleine Karabinerkunde Teil 1 – Verschlusskarabiner (aktualisiert)“ weiterlesen

Auf- und Abwärmen beim Klettern

Geht es euch auch so? In der Halle geht es sofort an die Wand, auf- bzw. abwärmen, wozu? Dabei ist ein richtiges auf- und abwärmen wie bei jedem Sport essentiell um Verletzungen zu vermeiden und eine höhere sportliche Leistung zu erzielen.

Teil 1: Aufwärmen und Trainieren der Hand- und Fingermuskulatur (Sehnen und Bänder).

Besonders die Fingermuskulatur, Sehnen und Bänder leiden beim klettern extrem, wenn sie “kalt” belastet werden. Viele Kletternde trainieren mit diversen Geräte zwar zu Hause die Fingerkraft, das Aufwärmen vor dem Klettern wird aber gerne sein gelassen.

Klassisch ist das Finger- bzw. Handmuskeltraining mit Geräten wie dem oben gezeigten, Nachteil hierbei, die einzelnen Finger werden nicht separat trainiert, das Training geht nur auf die Gesamtkraft der Hand und Finger. Allerdings ist das gezeigte Gerät sehr preiswert, man kann also durchaus im Büro oder Auto eines liegen haben um während Wartezeiten etwas für den Muskelaufbau zu tun.

Ein besseres Training einzelner Finger erreicht mit mit dem oben gezeigten Trainingsgerät, jeder Finger muss einzeln einen Federwiderstand überwinden. Das Gerät gibt es in verschiedenen Ausführungen mit geringer oder höherer Federkraft.

Leider ersetzten diese Geräte nicht das Aufwärmen der Finger- und Handmuskulatur direkt vor dem Klettern.

Gut zum Aufwärmen der Finger und Hände ist die abgebildete Knetmasse, gelb in einer leichteren Ausführung, grün deutlich schwerer knetbar. Vor dem Klettern beide Hände jeweils einige Minuten gut die Masse durchkneten lassen und Sehnen, Bänder und Muskeln sind “warm”. Die Masse wird in Aufbewahrungsdosen geliefert, da sie sich – bedingt durch die Konsistenz – auch gerne selbst verformt. Erhältlich sind alle abgebildeten Geräte im gut sortierten Kletterfachhandel bzw. Outdoorshop.

Was ist eigentlich: eine Panikexe

Der Begriff “Panikexe” hat vielleicht schon mal die Runde gemacht, aber wisst ihr auch, was damit eigentlich gemeint ist?

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Friends und Camelots

Friends und Camelots sind aktive Sicherungsgeräte, im Gegensatz zu Klemmkeilen, Tricams und Hexcentrics haben sie bewegliche Klemmteile, die unter Belastung Druck auf das umliegende Gestein ausüben und somit die Haltbarkeit der Sicherung besser gewährleisten. (Tricams tun dies im aktiven Modus allerdings auch …).

Die Klemmgeräte bestehen aus mehreren beweglichen Segmenten, meist 4, die durch Zug am mittleren Steg auseinander bewegt werden und sich damit verklemmen. Entfällt der Zug sitzen die Klemmgeräte wieder relativ lose im Riss und lassen sich so auch recht gut wieder entfernen – vorausgesetzt man hat sie nicht zu tief gesetzt …

Friends und Camelots gibt es in den unterschiedlichsten Grössen und von diversen Herstellern. Beim legen muss man darauf achten, die einigermassen passende Größe für den ausgewählten Riss zu verwenden. Die beweglichen Teile dürfen nicht zu weit zusammen geschoben werden, noch dürfen nur die äusseren Kanten aufliegen, beides führt zu einer schlechten Sicherung oder das Klemmgerät fällt gleich ganz aus dem Riss.

Auch für richtige breite Risse gibt es noch Klemmgeräte 🙂

Der Unterschied zwischen einem Friend und einem Camelot liegt in der Anzahl der Achsen. Während ein Friend nur eine Achse hat, ist das Camelot mit zwei parallelen Achsen versehen, welche die Klemmwirkung und Handhabung verbessern.